 Vom Dorfplatz aus fällt der Blick auf unser 1876 errichtetes Haus mit seiner markanten Holzveranda und der grünen Fassade, das den Charakter des Dorfes wesentlich mitprägt. Und bei einem Blick auf das Dach aus roten Tonziegeln fällt auch schon gleich die ökologische Orientierung auf. Hier wird die Sonnenenergie zur Warmwasser- und Stromerzeugung genutzt. Nicht auf den ersten Blick sichtbar sind all die anderen Dinge, die zu einer behutsamen, liebevollen und ökologischen Sanierung eines 130 alten Hauses gehören:  | Viel Zeit |
Es brauchte über zwei Jahre, um dem heruntergekommenen Haus wieder seinen einstigen Charakter zu verleihen. Verwunderlich ist das nicht, denn die letzte grundlegende Sanierung fand 1905 statt. Alte Zeitungen als Makulatur unter der Tapete belegen dies eindrucksvoll. In stundenlanger Arbeit haben wir dutzende Farbschichten von Stuck und Türen gelöst und Trennwände, die die großzügigen Räume in kleine Kammern unterteilten, abgetragen.  | Erneuerung der Holzveranden |
Die alten Holzveranden wurden im Ganzen abgehoben und im Garten abgestellt. Die alte Farbe wurde abgeschliffen und abgebrannt. Die morschen Teile - bis zu 50% - wurden entfernt und durch einen Zimmereibetrieb vor Ort erneuert und durch Holznägel verbunden. Die Holzveranden dienten zudem als Vorbild für den neu geschaffenen Laubengang mit Carport und überdachter Freifläche.  | Austausch des Dachstuhls & Neueindeckung |
Der gesamte Dachstuhl mußte ausgetauscht werden, da über Jahre hinweg Wasser in das Gebälk eindrang. Die Wärmedämmung erfolgte mit 18 cm Schafwolle mit 2 Dampfbremsen, die einen Wasserdampfaustausch von innen nach außen erlauben. Eingedeckt wurde das Dach mit unglasierten Tonziegeln.  | Erneuerung der Fassade |
Auch die Fassade befand sich nach Jahrzehnten in einem schlechten Zustand. Undichte Regenrinnen und Fallrohre sorgten stellenweise für eine vollkommene Durchnässung. Der neue Fassadenaufbau besteht aus 10 cm Schafwolle als Wärmedämmung, mineralischem Unterputz auf HWL-Platten und mineralischen Edelputz. Auf eine Dampfsperre haben wir verzichtet, um einen ungehinderten Wasserdampfaustausch zu ermöglichen.  | Austausch der Haustechnik |
Die gesamte Haustechnik wurde ausgetauscht. Im gesamten Haus ist ein Bussystem verlegt, das Heizung, Elektroinstallation, Alarmanlage und andere Sensoren miteinander koppelt. Weil bei einem Bussystem die Leitungen der Elektroinstallation nur bei Benutzung unter Spannung stehen, ließ sich so eine elektrosmogarme Leitungsführung realisieren. Die Heizung besteht aus einem 80 kW-Holzvergaser-Kessel mit 4000l Pufferspeicher und 500l Warmwasserboiler. Als sekundäre Energiequelle steht Erdgas zur Verfügung, wobei wir den Energiebedarf aber zu 95% aus Holz gewinnen. Die Temperaturregelung erfolgt durch eine Einzelraumregelung über das Bussystem. Zudem werden die Lage des Zimmers und etwaige geöffnete Fenster berücksichtigt. Auf dem Dach des Haupthauses befindet sich eine thermische 16 kW-Solaranlage, die zunächst den Warmwasserboiler, dann den Pufferspeicher aufheizt. Eine voltaische Anlage mit einer Leistung von 1 kW dient zusätzlich der Stromerzeugung. Hof und Garten werden durch den Carport und Laubengang untergliedert. Zum Köthener See hin erstreckt sich der Garten mit Liegewiese, Bauerngarten und verschiedenen Obstbäumen. Im Garten gibt es diverse Terrassen und Sitzplätze, die zum Entspannen oder zum Essen im Freien einladen. Bei Regen sitzt es sich unter der überdachten und windgeschützten Freifläche sehr gemütlich. Der Carport bietet Platz für vier Autos, die Tischtennisplatte oder für größere Feste. Vor dem Carport liegen noch einmal acht weitere Parkplätze. |