 |  Die besonderen natürlichen Gegebenheiten im Biosphärenreservat ließen den Spreewald zum Lebensraum zahlreicher vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten werden. In der Region sind noch Fischotter, Schwarzstorch, Seeadler, Fischadler, Kornweihe, Kranich, Großtrappe, Steinkauz, Wiedehopf, Wachtelkönig und Seggenrohrsänger heimisch. Auch viele Wasser- und Röhrichtbewohner lassen sich hier beobachten. Unter den Vögeln sind das: Graureiher, Kormoran, Wasserralle, Sperbergrasmücke und Eisvogel lassen sich hier beobachten. Dazu kommen noch Stechmücken und etwa 48 Libellenarten wie Königslibelle, Keilflecklibelle, Grüne und Asiatische Keiljungfer sowie Kleine Mosaikjungfer und Glänzende Smaragdlibelle. Auch Gelbrand und Schilfkäfer haben im Wasser und Röhricht ihren Lebensraum.  | Große Artenvielfalt |
Insgesamt sind im Spreewald etwa 18.000 Pflanzen- und Tierarten heimisch, von denen erst ein Bruchteil erfaßt ist. Während der Kartierungsarbeiten der letzten Jahre wurden allein 900 Pflanzenarten gefunden, von denen 150 auf den Roten Listen der bestandsgefährdeten Pflanzen aufgeführt sind: Sonnentauarten, Knabenkraut und andere Orchideen. Auch in der Tierwelt herrscht große Artenvielfalt: Es wurden 830 Schmetterlings-, 113 Muschel- und Schnecken-, 18 Lurch- und Kriechtier-, 36 Fisch-, 45 Säugetier- und 138 Brutvögelarten gezählt. Diese Vielfalt beruht auf den zahlreichen im Biosphärenreservat vorkommenden Biotoptypen: - Waldgesellschaften bieten Schwarzstorch, Kranich oder Seeadler ideale Nistplätze.
- Offene Landschaften bilden einen idealen Lebensraum für Sumpf- und Watvögel wie Bekassine und Großer Brachvogel, den Wiedehopf, der gern in Höhlen alter Bäume nistet, und den typischen Kulturfolger Weißstorch.
- In Fließen, soweit sie nicht durch Erlen, Pappeln oder andere Gehölze beschattet werden findet sich eine reiche Wasserpflanzenwelt mit verschiedenen Laichkräutern, Pfeilkraut, Wasserstern, Teich- und Seerosen. In naturnahen Bereichen sind seltene Fische wie Quappe und Bachneunauge sowie Libellenarten wie die Asiatische Keiljungfer zu beobachten.
- In den Trockenbiotopen der den Spreewald umgebenden Binnendünen finden ökologisch anspruchsvolle Insektenarten ihren Lebensraum.
Diese einzigartige, aber auch extrem sensible Landschaft war und ist zahlreicher Gefahren ausgesetzt. Übermäßige Agrarnutzung schadet dem Spreewald dabei ebenso, wie gar keine Agrarnutzung. Werden die Wiesen nicht gemäht und die Äcker nicht bestellt, würde die Landschaft allmählich wieder verwalden. Die kleinräumige Strukturierung, die das Gesicht des Spreewaldes ausmacht, ginge verloren und mit ihr die Lebensgrundlage vieler Tiere und Pflanzen. Der einmalige Landschaftsraum des Spreewaldes kann also nur im Zusammenspiel mit einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Nutzung des Gebietes erhalten werden. Neben der ökologischen Landwirtschaft kommt dabei vor allem dem sanften Tourismus eine Schlüsselrolle zu. |  | | | Im vierten Teil der »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« geht es durch das Spreeland und in den Spreewald. |
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