 |   | Schutzkonzept für den Spreewald |
Neben der Bewahrung der vorhandenen artenreichen und vielgestaltigen Landschaftsräume sowie gezielten Artenschutzprojekten für gefährdete Tier- und Pflanzenarten beinhaltet das Schutzkonzept für das Biosphärenreservat auch die Regenerierung geschädigter Flächen. So führte die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft in der Vergangenheit in einigen Teilen den Spreewaldes zur Uniformierung und ökologischen Degradierung. Dritter Pfeiler des Schutzkonzeptes ist die Verhinderung künftiger Gefahren z.B. durch Schließung der Braunkohletagebaue in der Lausitz. Bis zu 70 Prozent des Wassers der Spree ist Sümpfungswasser aus dem Bergbau. Mit dem Rückgang des des Bergbaus steht nicht mehr so viel Wasser zur Verfügung, es droht Wassermangel . Zusätzlich hat der Spreewald noch Wasserverlust durch Wiederauffüllen des Grundwasserabsenkungstrichters und der in der Niederlausitz entstehenden Seen zu verkraften. Daher ist es notwendig, das Wasser länger im Spreewald zu halten. Dazu dient ein System aus Stauen und Umflutern sowie Pflege und Erhalt der Fließe. Außerdem sollen Umweltbildung und -information für Besucher und Einheimische sowie wissenschaftliche Forschung und Umweltbeobachtung dem Schutz des Spreewaldes dienen. Seit 1991 bietet die Naturwacht Führungen und Wanderungen zu Fuß oder per Rad und Vorträge an. Außerdem gehören Kontrolltouren, die Mitwirkung an Artenschutzprogrammen und wissenschaftlichen Umweltbeobachtung sowie spezielle Schutz- und Hilfsprogramme besonders für Charaktertiere des Spreewaldes zu den Aufgaben der Naturwacht. Seit Oktober 1995 dienen zudem das Hauptinformationszentrum des Biosphärenreservats »Haus für Mensch und Natur« in Lübbenau , das Informationszentrum des Biosphärenreservats am Kräutergarten in Burg und das Informationszentrum für den Unterspreewald in Schlepzig der Besucherinformation.  | Schutzzonen im Spreewald |
Um den vielschichtigen Zielsetzungen eines Biosphärenreservats gerecht zu werden, wurde der Spreewald in vier Zonen mit unterschiedlichen Nutzungs- und Erhaltungskonzepten unterteilt: - In der Kernzone mit 973 Hektar bleibt die Natur sich selbst überlassen. Diese Gebiete sind als Totalreservate, d.h. als Naturschutzgebiete
die wirtschaftlicher Nutzung grundsätzlich entzogen sind, ausgewiesen. Das Betreten ist verboten. Damit bieten sie eine sichere Rückzugsmöglichkeit für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. - Die Pflege- oder Pufferzone mit 9.315 Hektar dient dem Erhalt extensiver Landnutzungsformen mit den besonderen Zielen des Artenschutzes. Zugleich puffern sie die Kernzone gegen die umliegenden Bereiche ab. Pflegezonen sind Naturschutzgebiete
mit spezifischen Nutzungsformen. Hier soll die naturnah betriebene Landwirtschaft wieder attraktiv gemacht werden, um den Erhalt der Fließe, Gräben und Wiesen sicherzustellen und die typische kleinstrukturierte Kulturlandschaft des Spreewaldes zu bewahren. - Mit einer Größe von 22.292 Hektar dominiert die Entwicklungszone. Sie ist eine Kulturlandschaft mit umweltverträglicher Land-, Forst-, und Gewässerwirtschaft. Diese Flächen können weiter bewirtschaftet und genutzt werden, soweit dies umweltverträglich geschieht. Sie sind als Landschaftsschutzgebiete
auszuweisen. - Die als Regenerierungszone ausgewiesenen 14.912 Hektar sind durch übermäßige Nutzung geschädigte Gebiete, die durch Regenerierungsmaßnahmen zu harmonischer Kulturlandschaft werden sollen.
|  | | | Im vierten Teil der »Wanderungen durch die Mark Brandenburg« geht es durch das Spreeland und in den Spreewald. |
|
|